MATTI BRAUN: THE ALIEN - THEATERAUFFÜHRUNG IM BONNER KUNSTVEREIN

DEUTSCHLANDPREMIERE

THE ALIEN: ANNA BACKHAUS, KALYANI: MAIKE BACKHAUS, DEVLIN: SJAAK BEEMSTERBOER, SARKAR: SANTA BIT, GROSSMUTTER: LISELOTTE EICHLER, HABA: JONATHAN FRANGENBERG, PRAMANICK: ANGELA GAST, BISWAS: MICHAEL HENNIG, MOHAN: SOUNG-U KIM, BATTACHARJI: SÖREN MENSING, BAJORIA: CHRISTINE RÜHMANN, GOVINDA: WOLFGANG SKODA, SADHU: HELGA SZENTPETERI
KONZEPT/REGIE: MATTI BRAUN, AUTOR: MATTI BRAUN NACH DEM DREHBUCH VON SATYAJIT RAY, CHOREOGRAPHIN: HENRIETTA HALE, KOMPONIST: LI-CHUAN CHONG, KANTELE: ANNA-KARIN KORHONEN, REGIEASSISTENZ: JÖRG LÖSCHKE


Samstag, 13./Sonntag, 14./Montag, 15. Mai 2006, jeweils um 19 Uhr

 

 

MATTI BRAUN The Alien - Aufführung im Bonner Kunstverein
MATTI BRAUN The Alien - Aufführung im Bonner Kunstverein

Der finnisch-deutsche Künstler Matti Braun (geb. 1968, lebt in Köln), studierte an der HDK in Braunschweig, wechselt später an die Städelschule in Frankfurt (Klasse Thomas Bayrle). Mitgliedern des Bonner Kunstvereins ist er durch sein 1999 gewonnenes Peter Mertes Stipendium bekannt, 2003 erhielt er den Förderpreis für bildende Kunst des Landes NRW. Matti Brauns eigenständigem Ansatz liegt die Untersuchung wechselseitiger Einflüsse von Ideen zugrunde, die auftreten, wenn unterschiedliche kulturelle Traditionen in enge Nachbarschaft gebracht werden. In seinen Arbeiten stellt er Zusammenhänge her, die von der gängigen Geschichtsschreibung nicht beachtet worden sind. Die Reflexion über die gesellschaftspolitische Realität hat dabei eine ebenso große Bedeutung wie das autonome Werk.
Bei THE ALIEN wird Matti Braun erstmals als Theaterregisseur und Dramaturg tätig. Bühnenbild und Kostüme sind vom Künstler entworfen. Untermalt wird die Inszenierung durch die Klänge einer Kantele-Spielerin sowie durch choreographische Tanzeinlagen. Aufgeführt bereits in Dublin und Leiden wird das Theaterstück in Bonn zum ersten Mal in deutscher Sprache realisiert. An jedem Aufführungsort wird THE ALIEN mit einem neuen Ensemble inszeniert, das hauptsächlich aus Laiendarstellern besteht.
Vor vierzig Jahren eröffnete der indische Regisseur Satyajit Ray mit Freunden einen Science-Fiction Filmclub in Kalkutta. Die Idee zu einem Film, THE ALIEN entsteht. Die Vorlage stammt von Ray selbst: Jahre zuvor hatte er eine Kindergeschichte, »Banku Babu’s Freund« veröffentlicht, in der eine Kreatur aus dem All in einem Wald in Bengalen landet und auf ein Kind, Banku Babu, trifft. Im Februar 1967 schreibt Ray den ersten Entwurf zu THE ALIEN. Das Raumschiff des Außerirdischen landet im Lotussee eines kleinen Dorfes in Bengal. Der erste Mensch, auf den er trifft und der sich mit ihm befreundet, ist ein Kind, der Waisenjunge Haba. Bald vermuten die abergläubischen Dörfler im Teich, in dem der Alien landete, einen versunkenen heiligen Tempel.
Im Verlauf der Handlung treibt der kindliche Außerirdische allerlei Unfug mit den unwissenden Dorfbewohnern. Die Streiche führen zu Irritationen und Verunsicherungen und werden vom örtlichen Priester als Wunder gedeutet. Ein skrupelloser indischer Geschäftsmann will mit Hilfe eines amerikanischen Ingenieurs, gegen den Willen der Dorfbewohner, den Teich auspumpen um den Tempel freizulegen. Aber bevor es dazu kommen kann, entschwindet das Schiff samt Alien und dem Jungen, und hinterlässt die Beteiligten überrascht und konsterniert. Die unterhaltsame Geschichte des Films, der, wie sich herausstellen sollte, niemals realisiert wurde, obwohl man in Hollywood bereits über eine Starbesetzung von Peter Sellers über Marlon Brando bis Steve McQueen nachdachte, beschrieb Satyajit Ray Jahre später in einem humorvollen Artikel im Calcutta Statesman Weekly vom 11. Oktober 1980. Kurze Zeit später legte Melissa Mathison, ehemalige Assistentin von Francis Ford Coppola, ein Drehbuch vor, das von Steven Spielberg verfilmt wird. »E.T.«,wird ein großer Erfolg in allen Kinos der Welt. Ray behauptet öffentlich, „E.T.“ sei ohne THE ALIEN undenkbar. Die Los Angeles Times konfrontiert Spielberg mit Rays Kommentar. Spielberg lässt Satyajit Ray ausrichten, er sei auf der High School gewesen, als sein ALIEN auftauchte. Ray, der Spielbergs »E.T.« sentimental findet, lässt es dabei bewenden.

Gefördert durch:

In Kooperation mit der