TERRAIN VAGUE I. WHEELY

KAI ALTHOFF, BAR ORNELLA (ZEIGT : PETER ABS, LUTZ DRIESSEN, SIMON HEMMER, JAN MEIER, ALMUT MIDDEL, BERNADETTE MITTRUP, RALF SCHAUFF, GERDA SCHEEPERS, SARAH SZCZESNY), TJORG BEER, HANNA BRANDES, BEN COTTRELL, ROLAND GÄTZSCHMANN, ANDREAS GEHLEN, HELLA GERLACH, KLAUS KLEINE, ARMIN KRÄMER, KALIN LINDENA, DIRK MEINZER, ALEX MÜLLER, DANIEL MÜLLER-FRIEDRICHSEN, POISON IDEA, PRAGER ANKER, MARCO P. SCHÄFER, MAX SCHREIER, MIRKO TSCHAUNER, ANKE WENZEL, DOMINIC WOOD, VIEWING CLUB
 
Ausstellungsreihe des Bonner Kunstvereins
im Bonner Stadtgebiet

9. September - 6. Oktober 2006
Freitag, 8. September, 19 Uhr Eröffnung

 

 

Terrain Vague. WHEELY Ausstellungsansicht, Foto: Simon Vogel
Terrain Vague. WHEELY Ausstellungsansicht, Foto: Simon Vogel

Unter dem Titel TERRAIN VAGUE untersuchen zeitgenössische Künstler in Bonn die Vorgaben, welche auch die Programmatik des Bonner Kunstvereins besonders während seiner Renovierung bestimmen. Mit TERRAIN VAGUE (unbekanntes/unbebautes Gebiet) bezeichneten die französischen Surrealisten die unbekannten quartiers, die mit möglichen Entdeckungen, neuen Erfahrungen und auch Gefahren reizten. Trotz der verzweigten Entwicklungen, der die Kunst sich seitdem unterworfen hat, ist das Phänomen   TERRAIN VAGUE so aktuell wie je. Gerade die zeitgenössische Kunst betrachtet schon traditionell Aufbrüche in unbekanntes ästhetisches und gesellschaftliches Terrain als ihre Domäne. Kunstvereine im allgemeinen und der Bonner Kunstverein im besonderen machen sich regelmäßig zum institutionellen Mitstreiter künstlerischer Aufbrüche ins Ungewisse.

WHEELY wurde 2005 von einer Gruppe Kölner Künstler und Kuratoren als mobile Ausstellungsplattform gegründet. Seitdem machte WHEELY Station u.a. in Hamburg, Berlin, Calais, Brighton, London, Glasgow, Amsterdam, Prag, Dresden, Leipzig und Köln. WHEELY thematisiert durch seine Beweglichkeit die Verortung von Kunst und stellt dar, welche Verbindungen die Kunst zwischen Orten, Menschen und Geschehnissen knüpft. Ein Daimler-Benz 309D, Baujahr 1987, diente den mitreisenden Künstlern als Forschungsobjekt und Ausstellungsraum. Er fungierte als Botschaft, Kunstwerk und Display. Im Zentrum der verschiedenen Projekte standen nicht die Zielorte, sondern vielmehr die Reise und die unterwegs aus ihr entstandenen Zwischenräume und Leerstellen. So wurden in vielen Städten Einzel- und Gruppenausstellungen realisiert, auf dem Trottoir, in der Kneipe, in Kunstgalerien und renommierten Institutionen. Das Besondere an dem Projekt WHEELY ist, daß die Kunst als Reise in jeder der vielfältigen Positionen eine Aussage zur transitorischen Qualität ihrer Entstehung enthält. Neben Gruppenausstellungen entstanden gleichberechtigt Feldforschungen in unterschiedlichen kontextuellen Zusammenhängen.

Für den Bonner Kunstverein wird WHEELY die Baustelle am Hochstadenring mit verschiedenen Orten in Bonn verbinden. Der Bus funktioniert als Keimzelle, die den Gedanken der Vernetzung über seinen physischen Raum hinaus sichtbar macht. WHEELY verknüpft das denkmalgeschützte ehemalige Abgeordnetenapartmenthaus Heussallee 7 an der Museumsmeile mit dem im Umbau befindlichen Bonner Kunstverein und der in seiner Nachbarschaft gelegenen türkischen Gastwirtschaft „Döner House“, Heerstraße 119/Ecke Maxstr. Der öffentliche Raum um diese Veranstaltungsorte wird ebenfalls genutzt – Wandmalereien, Skulpturen und Installationen im Außenraum bereichern die Orte, die so für die Kunst erschlossen werden. Die Präsentation in Bonn bildet Abschluss und Höhepunkt des Projektes WHEELY. Dabei ist die Künstlerliste nicht beschränkt auf die bisherigen Teilnehmer an WHEELY, sondern wird erweitert: WHEELY präsentiert sich so als Netzwerk, dessen Grenzen fließen.

Kuratiert von Stephan Strsembski.

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