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Adelhyd van Bender, Ohne Titel, 1999-2014

1.000 EUR

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Adelhyd van Bender

Ohne Titel

Ohne Titel, 1999-2014
Mixed media auf Fotokopie
42 x 30 cm
drei Unikate
je 1.000 EUR

Adelhyd van Bender entwickelte Hunderte von Dreiringordnern mit A3- und A4-Papieren, die ordentlich sortiert und in einzelnen Kunststoffhüllen angeordnet sind. Auf seinen Seiten – auf der Fläche von schwarzen, maschinengeschriebenern und auf weiße Seiten kopierten Texten – collagierte, zeichnete und handkolorierte der Künstler geometrische Diagramme. Van Benders Zeichnungen zeigen eine Neigung zu Atomteilchen: Protonen, Elektronen, Neutronen. Sie evozieren das Bohrsche Atommodell oder die geozentrische oder heliozentrische Ordnung des Universums und seiner rotierenden Planeten oder sie ahmen mystische Diagramme, wie die Sephiroth aus der Kabbala, nach. Eine wiederkehrende Quelle von van Benders konzentrischen Diagrammen sind Kernstrahlungskarten und Atomdiagramme. Raketen- oder Raketenformen füllen oftmals eine Seite mit collagierten Diagrammen und bilden eine massive, nach oben gerichtete, geschossartige Form. Benders Praxis konzentrierte sich darauf, allmählich ein tieferes Geheimnis zu lösen und gleichzeitig eine akribische und reiche Bildsprache mit eigener interner Logik zu erzeugen – ein Prozess, den der Künstler als „göttliche Schufterei“ bezeichnete.

Adelhyd van Bender (geb. 1950, Bruchsal, gest. 2014, Berlin) überließ 1999 den Großteil seines Werks der Sammlung Prinzhorn in Heidelberg. Seine Arbeiten waren zu sehen in Malmö Konsthall; Künstlerhaus Stuttgart (beide 2019) und Galerie Delmes & Zander, Köln (2018), die van Benders Nachlass verwaltet.