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Mark Leckey, GreenScreenRefridgeratorAction, 2010, Digital Film, colour, sound, Courtesy the artist and Cabinet, London

Symposium: The Policeman’s Beard – Kreativität und K.I.

DZNE, Sigmund-Freud-Str. 27, 53127 Bonn

7 € (4 € ermäßigt für Studierende), kostenfrei für Mitglieder des Bonner Kunstvereins

Anmeldung erforderlich

Können Maschinen kreativ sein? Als 1955 der Computerwissenschaftler John McCarthy den Begriff ‘artificial intelligence’ erstmals verwendete, stellte er sich vor, dass zukünftig „jeder Aspekt des Lernens oder jedes andere Merkmal von Intelligenz im Prinzip so präzise beschrieben werden kann, dass man eine Maschine dazu bringen kann, ihn zu simulieren“. Die möglichen Anwendungsgebiete Künstlicher Intelligenz sind heute vieldiskutiert, doch wie wird sich die Künstliche Intelligenz in der Zukunft auf Kunst und Kultur auswirken?

Im Rahmen unserer aktuellen Ausstellung, The Policeman’s Beard is Half Constructed: Kunst im Zeitalter Künstlicher Intelligenz, wird der Bonner Kunstverein gemeinsam mit der Universität Bonn ein Symposium zum Thema Kreativität und Künstliche Intelligenz ausrichten. Zu den eingeladenen Rednern zählen u.a. Frieder Nake, der 1965 zu den ersten gehörte, die mit Computerzeichnungen arbeiteten und sie ausstellten, sowie der britische Künstler David Musgrave, dessen Roman „Unit“, eine Ich-Erzählung über das Leben eines künstlichen Wesens ist. Hinzu kommen Prof. Dr. Christian Bauckhage, Professor für Informatik (Mustererkennung) an der Universität Bonn und Lead Scientist für maschinelles Lernen am Fraunhofer IAIS, sowie Prof. Dr. Thomas Christaller, Professor für Künstliche Intelligenz an der Universität Bielefeld.

Da die Kapazitäten für das Symposium begrenzt sind, wird gebeten, die Teilnahme rechtzeitig anzumelden und die Eintrittskarte im Vorfeld entweder im Kunstverein oder über Leonie Runte zu bestellen: l.runte@bonner-kunstverein.de

Auf das Symposium folgt ein Empfang zum Release unseres gleichzeitig erscheinenden Ausstellungskatalogs.

13.45 Registrierung

14.00 Begrüßung durch Prof. Dr. Henning Boecker, 1. Vorsitzender des Bonner Kunstvereins und Leiter der Funktionseinheit Klinische Funktionelle Neurobildgebung der Radiologischen Klinik des Universitätsklinikums Bonn, und Michelle Cotton, Direktorin des Bonner Kunstvereins

14.10 Prof. Dr. Christian Bauckhage

14.40 Frieder Nake, Professor für Grafische Datenverarbeitung und interaktive Systeme an der Universität Bremen, über seine Pionierarbeit in der Entwicklung von Computergrafik und seine Beteiligung an den ersten Ausstellungen computergenerierter Kunst

15.10 Pause

15.30 Prof. Dr. Thomas Christaller

16.00 David Musgrave, Künstler, dessen Arbeit in der aktuellen Ausstellung im Bonner Kunstverein gezeigt wird, liest aus seinem Roman ‘Unit’ und spricht über Autonomie in der Kunst und im Bereich Künstlicher Intelligenz

16.30 Podiums-Diskussion

17.00 Abschließende Bemerkungen, Armin Cremers

18 Uhr

Buch Release: The Policeman’s Beard is Half Constructed

im Bonner Kunstverein, Hochstadenring 22, Bonn

Die Publikation in deutscher und englischer Sprache wird Texte von Simon Bill, William Chamberlain, Nicholas A. Christakis, Armin Cremers, Alex Graves, Donald D. Hoffmann, Pamela McCorduck, Frieder Nake, Tomaso Poggio, Luc Steels und David Vernon enthalten sowie einen ausführlichen Essay der Ausstellungskuratorin Michelle Cotton. Der Katalog wird bei einem hierfür angesetzten Empfang mit Wein von Reverchon im Kunstverein feierlich der Öffentlichkeit vorgestellt.

Anmerkungen an die Redakteure

Prof. Dr.-Ing. Christian Bauckhage

Christian Bauckhage ist Professor für Informatik (Mustererkennung) an der Universität Bonn und Lead Scientist für maschinelles Lernen am Fraunhofer IAIS. Er studierte Informatik und theoretische Physik in Bielefeld und Grenoble und promovierte 2002 an der Universität Bielefeld in Informatik. Anschließend forschte er am Centre for Vision Research in Toronto und bei den Deutsche Telekom Laboratories in Berlin, bevor er 2008 nach Bonn kam. In seiner Forschung widmet er sich Theorie und Praxis der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens, veröffentlich hierzu regelmäßig wissenschaftliche Beiträge. Seit einigen Jahren ist er in Politik, Industrie und Wirtschaft zu diesem Thema beratend tätig und hält Vorträge.

Prof. Dr. Thomas Christaller

Thomas Christaller ist Professor für Künstliche Intelligenz an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld. Er studierte Mathematik und Physik an der Phillips-Universität Marburg sowie Mathematik und Informatik an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Bonn. Er promovierte and er Universität Hamburg und gründete 1998 das Fraunhofer Institut für Autonome Intelligente Systeme (AiS) in Sankt-Augustin, dessen Leitung er bis 2006 innehatte.

Seit 1991 ist er Professor für Künstliche Intelligenz an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft an der Universität Bielefeld und seit 2010 unterrichtet er außerdem die japanische Kampfsportart Aikido.

Prof. Dr. Armin Cremers

Armin Cremers wurde 1972 in Mathematik an der Universität Karlsruhe promoviert, wo er sich anschließend für Informatik habilitierte. Nach Lehrtätigkeiten in Karlsruhe sowie als Assistant Professor an der University of Southern California in Los Angeles wurde er 1976 Ordinarius an der Universität Dortmund. 1990 ging er als Direktor an das Institut für Informatik der Universität Bonn, wo er die Forschungsgruppe Künstliche Intelligenz und Robotik begründete und bis zu seiner Emeritierung 2014 leitete.

In Dortmund wie auch in Bonn war er Dekan und Prorektor. Seit 2002 ist er einer der Gründungsdirektoren des Bonn-Aachen International Center for Information Technology (B-IT), gemeinsam mit der RWTH Aachen und dem Fraunhofer-Institutszentrum in Schloss Birlinghoven.

David Musgrave

David Musgrave hatte 2003 eine Einzelausstellung in der Tate Britain, London. Seine Arbeiten wurden auch im Rahmen von Ausstellungen folgender Institutionen gezeigt: Bergen Kunsthall (2016); Palais de Tokyo, Paris (2015); Metropolitan Museum of Art, New York; LACMA, Los Angeles (2014); Nottingham Contemporary (2013); Kunstverein Freiburg (2011); CAPC, Musée d’Art Contemporain de Bordeaux (2010); Saint Louis Art Museum (2009); Hayward Gallery, London (2006); South London Gallery (2004); SMAK, Ghent (2001). 2015 veröffentlichte er den Roman Unit, eine Ich-Erzählung über das Leben eines künstlichen Wesens. Musgrave lebt und arbeitet in London.

Frieder Nake

Frieder Nake ist Computerkunstpionier und Professor für Grafische Datenverarbeitung und interaktive Systeme an der Universität Bremen. Seine Arbeiten umfassen Computergrafik, Semiotik, Theorie der Informatik. Erste Computerzeichnungen entwarf er ab 1964, eine erste Ausstellung folgte 1965, gemeinsam mit Arbeiten von Georg Nees. Sein Werk wurde 2004/05 in einer Einzelausstellung an der Kunsthalle Bremen und am Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe ausgestellt. Arbeiten von Frieder Nake wurden außerdem u.a. in Ausstellungen im Künstlerhaus Wien (2010); dem Sprengel Museum Hannover (2009); dem Zentrum Paul Klee, Bern (2008); der Kunsthalle Bremen (2007); dem Museum Abteiberg, Mönchengladbach (2006); der National Gallery of Modern Art, New Delhi (1972); dem Kunstverein München (1970) und dem Institute of Contemporary Arts, London (1968) gezeigt. Seine Arbeit war Teil der 35. Venedig Biennale (1970). In Venedig ist sein Werk derzeit in der Fondazione Levilacqua zu sehen. Nake lebt und arbeitet in Bremen.