← Back
1/13

Guan Xiao, Products Farming, Installationsansicht, 2019, Bonner Kunstverein. Courtesy die Künstlerin, Antenna Space, Shanghai und Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin. Foto: Mareike Tocha.

Guan Xiao: Products Farming

Eröffnung: 1. Februar, 19 Uhr

Guan Xiao arbeitet vorwiegend in den Medien Bildhauerei und Video. Ihr Werk enthält zahlreiche kulturhistorische Bezüge und verweist etwa auf alte östliche und westliche Traditionen sowie auf zeitgenössische Popkultur. Frühere Arbeiten nahmen Bezug auf die Freiheitsstatue (1886), Michelangelos ‚David‘ (ca. 1501) oder die großen Steinstatuen der ‚Moai‘ auf den Osterinseln (ca. 1250). 

„In Landwirtschaft bzw. Ackerbau und Viehzucht steckt für mich sehr viel Science-Fiction… Je mehr Gedanken wir uns über die Zukunft machen und uns die sogenannte zivilisierte Welt selbst erstellen, desto mehr distanzieren wir uns von der Natur, dem Boden und uns selbst.” Guan Xiao, 2018 

In der Ausstellung Products Farming sind neue bildhauerische Arbeiten und eine neue Videoinstallation zu sehen, welche den Zustand zeitgenössischer Warenproduktion in Zusammenhang mit der natürlichen Umwelt betrachten. 

Eine Serie von sechs ‚Root Sculptures‘ (dt. Wurzel Skulpturen) nimmt Bezug auf die alte chinesische Tradition der Wurzelschnitzerei. Guan Xiao beschreibt die verdrehten und knorrigen Wurzeln als Repräsentanten des „perfekten Gegenstands”, da sie sowohl natürlich durch ihre chemische Zusammensetzung und Umweltfaktoren geformt sind, als auch Readymade Objekte darstellen. Die anthropomorphen Skulpturen verwenden solche Wurzelformen als Träger anderer bildhauerischer Elemente wie Sonnenschirme, Kamera-Stative, Mikrofone, Laufschuhe, Elektrokabel und buntgefärbtes Seil. 

In einer anderen Werkserie mit dem Titel ‚Things I Couldn’t Forget‘ (dt. Dinge, die ich nicht vergessen konnte) werden Gegenstände, die wie dreidimensionale Renderings von Computer-Piktogrammen aussehen, zu Totem-Säulen aufeinander geschraubt oder gesteckt. In einem dritten Werkkomplex werden fensterähnliche Objekte mit Fotografien, Bürospielzeug und anderen Gegenständen überfrachtet. Guan Xiao beschreibt ihre Arbeiten als Collagen, in denen sie zwei sehr unterschiedliche Strukturen oder Materialien in einer Weise zu verbinden sucht, die den feststehenden Kontext eines Gegenstands auflösen kann.

Die bildhauerischen Arbeiten sind gemeinsam mit einer Dreikanal-Videoinstallation ausgestellt, einer Meditation über Nostalgie und Heimweh. 

Die Ausstellung ist Guan Xiaos erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland. Gefördert wird sie durch die Kunststiftung NRW und das Institut für Auslandsbeziehungen (IFA) mit zusätzlicher Unterstützung von Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin und Antenna Space, Shanghai.

Guan Xiao (geb. 1983, Chongqing) studierte Film an der Communication University of China in Peking. Seither wurden ihr Ausstellungen in den folgenden Institutionen gewidmet: Kunsthalle Winterthur (2018); K11 Art Space, Shanghai; ICA, London; CAPC, Bordeaux und Jeu de Paume, Paris (alle 2016). Darüber hinaus waren ihre Arbeiten Teil wichtiger Ausstellungen, wie der 57. Biennale von Venedig (2017); der 9. Berlin Biennale (2016); 13. Biennale de Lyon (2015) und der New Museum Triennial, New York (2015).