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Maskulinitäten. Eine Kooperation von Bonner Kunstverein, Kölnischem Kunstverein und Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf

KünstlerInnen: Vito Acconci, The Agency, Georgia Anderson & David Doherty & Morag Keil & Henry Stringer, Lutz Bacher, Louis Backhouse, Olga Balema, Lynda Benglis, Judith Bernstein, Gerry Bibby, Alexandra Bircken, Juliette Blightman, Patricia L. Boyd, Anders Clausen, Keren Cytter, Enrico David, Vaginal Davis, Jonathas de Andrade, Jimmy DeSana, Nicole Eisenman, Hedi El Kholti, Jana Euler, Hal Fischer, Andrea Fraser, keyon gaskin mit/with Samiya Bashir, sidony o‘neal und/and Adee Roberson, Eunice Golden, Philipp Gufler, Richard Hawkins, Jenny Holzer, Hudinilson Jr., Allison Katz, Annette Kennerley, Sister Corita Kent, Mahmoud Khaled, Jürgen Klauke, Jutta Koether, Tetsumi Kudo, Klara Lidén, Hilary Lloyd, Sarah Lucas, Robert Morris, Shahryar Nashat, D’Ette Nogle, Henrik Olesen, D.A. Pennebaker & Chris Hegedus, Josephine Pryde, Puppies Puppies (Jade Kuriki Olivo), Carol Rama, Lorenzo Sandoval, Julia Scher, Agnes Scherer, Bea Schlingelhoff, Heji Shin, Katharina Sieverding, Nancy Spero, Anita Steckel, Evelyn Taocheng Wang, Carrie Mae Weems, Marianne Wex, Martin Wong, Katharina Wulff

1. September – 24. November 2019
Ausstellungseröffnung: Samstag, 31. August, ab 14:30 Uhr

Mit „Maskulinitäten“ schließen sich der Bonner Kunstverein, der Kölnische Kunstverein und der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf zu einem internationalen Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Publikationsprojekt zusammen, um Konzepte von Maskulinität mit und aus der zeitgenössischen Kunst heraus zu untersuchen. Gemeinsam wird der Frage nachgegangen, wie eine feministische Ausstellung über Männlichkeit aussehen könnte.

Vor dem Hintergrund vorherrschender reaktionärer Manifestationen von Männlichkeit
sowie einer uneingeschränkten Kritik an ihren hegemonialen Ausformungen zielt die Zusammenarbeit darauf ab, patriarchale und heteronormative Geschlechterkonzeptionen zu destabilisieren. Anhand von künstlerischen Produktionen, Performances, Theaterstücken, Lesungen, Vorträgen, Screenings und Workshops werden alternative Handlungsräume aufgeworfen, um performative und transgressive Konzeptionen von Identität, Geschlechtlichkeit, Sexualität und Körper in den Vordergrund zu rücken.

Alle drei Kunstvereine haben in der Vergangenheit verschiedene feministische und queere Ausstellungsprojekte präsentiert. Während diese darauf ausgerichtet waren männlich dominierte Repräsentation von Weiblichkeit in Kunst- und Kulturgeschichte aus der Narration einer männlichen Autorschaft zurückzufordern, sind es bei „Maskulinitäten“ wiederum Entwürfe und Konzeptionen des Männlichen, die zur Disposition gestellt werden: die Veränderungen tradierter Ausformungen von Männer- und Körperbildern, damit verbundene Macht- und Sichtbarkeitspolitiken sowie schließlich deren Verhandlung und Dekonstruktion in der Kunst der 1960er Jahre bis heute. Ausgehend von künstlerischen und kunsttheoretischen Perspektiven unterschiedlicher Zeitlichkeiten wird Männlichkeit als einem uneindeutigen, pluralistischen Konzept begegnet, das historisch bedingt, veränderlich und gesellschaftlich konstruiert ist.

Die Präsentation in Bonn nimmt die eigene feministische Ausstellungsgeschichte zum Ausgangspunkt (darunter beispielsweise „Typisch Frau“, 1981). An diese Tradition anknüpfend, erfasst die Ausstellung das aggressive Klima, welches die sogenannte „Vierte Welle” der Feminismusbewegung begleitet. Die Ausstellung reagiert auf die jüngsten prominenten, reaktionären Manifestationen des Machismo und adressiert das Wiederaufleben politischer Kulturen unter der Führung „starker Männer“, die simple Lösungen für komplexe Probleme anbieten.

Neue Gemälde von Jana Euler und Allison Katz stehen im Dialog mit historischen, phallozentrischen Werken von Judith Bernstein, Eunice Golden und Anita Steckel. Eine Auswahl von Werken von Alexandra Bircken, Patricia L. Boyd, Hal Fischer, Richard Hawkins, Hilary Lloyd und Sarah Lucas widmet sich der allgegenwärtigen Kultur des Symbolismus und der Fetischisierung. Werke von Lutz Bacher, Lynda Benglis, Jenny Holzer und D’Ette Nogle können als humorvolle und konfrontative Aussagen zum Thema „männliches Privileg“ gelesen werden. Während Werke von Hudinilson Jr., Mahmoud Khaled und Puppies Puppies (Jade Kuriki Olivo) die Geschlechterbinaritäten in einer Reihe von ausgesprochen persönlichen Werken weiter verkomplizieren und befragen.

Die Ausstellung wird von einer Reihe von Veranstaltungen begleitet, die auf den Websites der beteiligten Institutionen angekündigt werden.

Bonner Kunstverein: Lynda Benglis, Judith Bernstein, Alexandra Bircken, Patrica L. Boyd, Jana Euler, Hal Fischer, Eunice Golden, Richard Hawkins, Jenny Holzer, Hudinilson Jr., Allison Katz, Mahmoud Khaled, Hilary Lloyd, Sarah Lucas, Robert Morris, D’Ette Nogle, Puppies Puppies (Jade Kuriki Olivo), Bea Schlingelhoff und Anita Steckel.
Kuratiert von Michelle Cotton, Head of Artistic Programmes and Content, Mudam, Luxemburg

Kölnischer Kunstverein: Georgia Anderson & David Doherty & Morag Keil & Henry Stringer, Louis Backhouse, Olga Balema, Gerry Bibby, Juliette Blightman, Anders Clausen, Enrico David, Jonathas de Andrade, Jimmy DeSana, Jenny Holzer, Hedi El Kholti, Hilary Lloyd, Sarah Lucas, Shahryar Nashat, Puppies Puppies (Jade Kuriki Olivo), Carol Rama, Bea Schlingelhoff, Heji Shin, Evelyn Taocheng Wang, Carrie Mae Weems, Marianne Wex, Martin Wong und Katharina Wulff.
Kuratiert von Nikola Dietrich, Direktorin, Kölnischer Kunstverein

Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf: Vito Acconci, The Agency, Keren Cytter, Vaginal Davis, Nicole Eisenman, Andrea Fraser, keyon gaskin with Samiya Bashir, sidony o´neal and Adee Roberson, Philipp Gufler, Jenny Holzer, Annette Kennerley, Sister Corita Kent, Jürgen Klauke, Jutta Koether, Tetsumi Kudo, Klara Lidén, Henrik Olesen, D.A. Pennebaker & Chris Hegedus, Josephine Pryde, Puppies Puppies (Jade Kuriki Olivio), Lorenzo Sandoval, Julia Scher, Agnes Scherer, Bea Schlingelhoff, Katharina Sieverding, Nancy Spero und Evelyn Taocheng Wang.
Kuratiert von Eva Birkenstock, Direktorin, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog bei Koenig Books mit Beiträgen von CA Conrad, Nelly Gawellek, Chris Kraus, Quinn Latimer, Kerstin Stakemeier, Marlene Streeruwitz, Änne Söll, u. a., und einem Vorwort von Eva Birkenstock, Michelle Cotton und Nikola Dietrich (voraussichtlicher Erscheinungstermin November 2019).

Die Kooperation wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und die Kunststiftung NRW.