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Franca Scholz, 2020

Peter Mertes Stipendium 2019: Lotte Maiwald, Franca Scholz

Eröffnung: Samstag, 18. Juli 2020, 16-20 Uhr

Der Bonner Kunstverein freut sich, zwei neue Einzelausstellungen von Lotte Maiwald und Franca Scholz anzukündigen, die 2019 mit dem Peter Mertes Stipendium ausgezeichnet wurden.

So verschieden die künstlerischen Herangehensweisen und die Wahl der Medien der diesjährigen Preisträgerinnen auf den ersten Blick erscheinen, beschäftigen sich beide mit dem Abhängigkeitsverhältnis zwischen dem menschlichen Körper und seiner äußeren Umgebung.

Die teils raumgreifenden Malereien sowie Skulpturen von Lotte Maiwald basieren auf drei Grundelementen – ein Mensch, eine Fahne und eine solarbetriebene Überwachungssäule, die sich in variierenden Konstellationen wiederfinden. Obgleich sich ihr konkreter Orts- und Zeitbezug nicht ermitteln lässt, verweisen die Darstellungen auf den Vorgang zur Markierung, Abgrenzung und Sicherung eines bestimmten Terrains. Gleichzeitig enthüllen die auf einzelnen Planeten vereinsamten Figuren das absurde Ausmaß dieser selbstgerechten Taktiken.

Mit ihren Videoprojektionen, Performances und Installationen aus textilen, anthropomorphen Objekten adressiert Franca Scholz körperliche Beziehungen zwischen Intimität, Distanz, Dominanz und Exklusion. Scholz‘ Praxis gründet auf sowohl selbstverfassten Texten als auch Zitaten autofiktionaler Literatur mit weiblicher Autorschaft, die sich als gesprochene oder geschriebene Worte im Raum artikulieren. Die fragmentierten Erzählungen über Begehren, Häuslichkeit und (Un-)Sichtbarkeit lenken den Blick auf die beidseitige Fragilität und Unvollständigkeit von sprachlicher und körperlicher Repräsentation.

Das Peter Mertes Stipendium vergibt jährlich 12 000 € und ist seit seiner erstmaligen Auslobung 1985 eine der renommiertesten Auszeichnungen für junge KünstlerInnen im Rheinland. Das Stipendium wird gefördert von der Peter Mertes Weinkellerei. Zu den ehemaligen StipendiatInnen zählen unter anderem Monika Baer (1998), Matti Braun (1999), Thea Djordjadze (2001), Carsten Höller (1995), Friedrich Kunath (2001), Gregor Schneider (1996) und Gert und Uwe Tobias (2004).

Lotte Maiwald und Franca Scholz wurden von einer Jury, bestehend aus Michelle Cotton (ehemalige Direktorin, Bonner Kunstverein), Nikola Dietrich (Direktorin, Kölnischer Kunstverein), Anthony DiPaola (Künstler und Vorstandsmitglied, Bonner Kunstverein) sowie Anne Pöhlmann (Künstlerin und Peter Mertes Stipendiatin 2013), ausgewählt.

Lotte Maiwald (geb. 1988, Hechingen) schloss ihr Studium 2018 an der Kunstakademie Düsseldorf (Klasse Peter Doig) ab. Ihre Arbeiten wurden im Kunsthaus ACUD, Berlin (2020), K21 Ständehaus Düsseldorf (2019) und der Simultanhalle, Köln (2016) ausgestellt. Sie lebt in Düsseldorf.

Franca Scholz (geb. 1988, München) schloss ihr Studium 2016 an der Kunstakademie Düsseldorf (Klasse Rita McBride) ab. Ihre Arbeiten wurden im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf (2020), Kunstmuseum Solingen (2018) und Tanzhaus NRW, Düsseldorf (2017) gezeigt. Sie lebt in Köln.