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Aleksandra Domanović, Things to Come, 2014, Installationsansicht, 2015, Bonner Kunstverein, Courtesy die Künstlerin und Tanya Leighton, Berlin. Photo: Simon Vogel

ARS VIVA

Aleksandra Domanović, Yngve Holen, James Richards

Als eine der traditionsreichsten Institutionen für unternehmerische Kulturförderung in Deutschland vergibt der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e. V. bereits seit 1953 jährlich den ars viva-Preis an junge, in Deutschland lebende bildende Künstler. Der Bonner Kunstverein zeigt in einer exklusiv für Bonn neu konzipierten Ausstellung die diesjährigen ars viva-Preisträger Aleksandra Domanović, Yngve Holen und James Richards.

Für Aleksandra Domanović (*1981 in Novi Sad, Serbien, lebt und arbeitet in Berlin) sind die elektronischen und digitalen Medien zugleich Thema und Werkzeug. Sie untersucht mit ihren Skulpturen und Videos, wie das Internet und technologische Innovationen ihr soziales Umfeld geformt und die Geschichte ihres Herkunftslandes, das frühere Jugoslawien, geprägt haben. Science-Fiction oder Mediengeschichte aus feministischer Perspektive sind weitere Themen, die in ihren Arbeiten eine zentrale Rolle spielen. James Richards (*1983 in Cardiff, Wales, lebt und arbeitet in Berlin) bedient sich für seine Filme sowohl bei anonymen, im Internet gefundenen Materialien sowie alten gesammelten VHS-Kassetten, als auch bei selbst angefertigten Video- und Tonaufnahmen. Wie ein Maler mit seinen Farben probiert er mit seinem Materialfundus verschiedene Zusammenstellungen aus, bis die narrative Komposition steht. Dabei konzentriert er sich auf Rhythmus und Textur, Fluss von Bildern und Farben und atmosphärische Stimmungen. In dieser sinnlichen und assoziativen Erzählung sucht er nach Bildern, die Erinnerungen und Emotionen wecken. Digitalisieren, Laserabtasten, CAD, CNC-Systeme, 3D-Druck sind Techniken, die Yngve Holen (*1982 in Braunschweig, lebt und arbeitet in Berlin) anwendet, um seine Arbeiten anzufertigen. Assoziiert mit anderen Readymade-Objekten wie Waschmaschinen oder Modellflugzeugen schafft er skulpturale Arrangements, die eine hyperrealistische Ästhetik behaupten. Durch die Anwendung neuer Technologien und die Mischung von Form und Material in unerwarteter Art, wie z. B. das Imitat eines rohen Stückes Fleisch, das mit Hilfe eines 3D-Scans aus einem Marmorblock gefräst wurde, öffnet er eine Reflexion über die visuelle Codierung unseres Alltags.

Die ars viva-Ausstellung der Preisträger Bildende Kunst des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e. V. wird nach dem Bonner Kunstverein in abgewandelter Form im Grazer Kunstverein (13. Juni bis 2. August 2015) präsentiert. Dazu ist ein Katalog erschienen, sowie eine Künstler-Edition in einer limitierten Auflage von 20 Exemplaren (+3 AP), bestehend aus jeweils einer Arbeit von Aleksandra Domanović, Yngve Holen und James Richards.