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Anne Pöhlmann, Installationsansicht,2014, Bonner Kunstverein, Courtesy die Künstlerin und Clages, Köln. Photo: Simon Vogel

Peter Mertes Stipendium 2013: Anne Pöhlmann, Henning Fehr & Philipp Rühr

Das Künstlerduo Henning Fehr (*1985, lebt in Düsseldorf) und Philipp Rühr (*1986, lebt in Düsseldorf) realisiert Filme, die Fiktion als Konstrukt der Realität und Realität als dokumentarische Aufnahme ineinander verweben. Beide studierten bei Christopher Williams Fotografie. Über das Medium Film/Video hinaus bilden ihre Ausstellungen, die auch Bücher, Drucke oder skulpturale Displays beinhalten können, eine eigene Welt, die sich durch einen unterschwelligen Humor, parodistische Einlagen und assoziative Vergleiche auszeichnet. Für die Ausstellung im Bonner Kunstverein präsentiert das Künstlerduo sein neuestes Werk Keine Kontrolle, in dem die politischen Systeme von Ost und West, die sich in der Landschaft und Architektur der russischen und der amerikanischen Seite der Beringstraße wiederfinden lassen, in einen direkten Dialog gesetzt werden.

Als Fotografin interessiert sich Anne Pöhlmann (*1978, lebt in Düsseldorf) für die Entwicklung, Wirkung und den Kontext von Fotografie. Ihre sachlich anmutenden, reduzierten Arbeiten werfen Fragen nach der Funktion des Mediums auf. Die meisten fotografischen Bilder nehmen wir heute digital vermittelt auf dem Computerbildschirm oder Smartphone wahr. Die Ortlosigkeit des fotografischen Bildes, die sich darin zeigt, dass ein Bild auf unterschiedlichsten Trägern zeitgleich und jeweils leicht variierend erscheinen kann, bildet den Ausgangspunkt, den Ausstellungsraum als eigentlichen Ort des Layouts ihrer Bilder zu begreifen. In ihrer Ausstellung präsentiert Pöhlmann eine Serie Fotografien von Stoffen, die auf Stoff gedruckt sind. Das abgebildete Gewebe wird für seine Qualitäten (Farbe und Struktur) und als abstraktes Mittel benutzt, um einen Bildraum zu schaffen. Die Bilder werden so bearbeitet, dass ihre Bezüge zur Realität auf subtile Weise fiktional werden und uns dabei mit der Grenze der digitalen Fotografie zur Realität und unseren Sehgewohnheiten konfrontieren.

Zu der Ausstellung erscheint eine Publikation (StrzeleckiBooks, Köln).