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Raphaela Vogel, Installationsansicht, 2015, Bonner Kunstverein, Courtesy die Künstlerin und BQ, Berlin. Photo: Simon Vogel

Raphaela und der große Kunstverein

Raphaela Vogel

Raphaela Vogel (*1988 in Nürnberg, lebt und arbeitet in Amsterdam), die 2014 ihr Studium an der Städelschule in Frankfurt a. M. abschloss, erhält mit dieser Einladung ihre erste große institutionelle Einzelausstellung. Ihre Arbeit ist im Spannungsfeld zwischen Skulptur, Videoinstallation und Performance angesiedelt. Sie zeichnet sich durch eine intensive Untersuchung der Beziehung vom Körper zum Raum aus, die in enger Verbindung mit einer eigenen Anwendung der digitalen Technologien (wie z.B. Beamer, Scanner, Drohnen, Action-Camera) steht. Die Videos, die in ihren Arbeiten eine zentrale Position einnehmen, stellen sich aus gefilmten Aktionen, in welchen meist Vogel selbst als handelnde Figur auftritt, aus Dokumentationen ihrer eigenen Installationen sowie aus Collagen ihres Bilderfundus zusammen. Sie werden dann in ihre skulpturalen Konstruktionen einbezogen, in denen Raum, Raumdekor und das Körperliche zu einer organisch verwebten Struktur verschmelzen. Dabei behandelt sie die Beamer und andere technische Projektions-Geräte als aktive Protagonisten, die z. B. durch das Entfernen ihrer Gehäuse oder durch eine unerwartete Hängung ihre Fragilität und somit einen quasi lebendigen Charakter offenbaren. Schließlich schafft sie eine hybride Gestalt, in welcher ihr Verhältnis zu Raum, Objekt und Technik, vom Entstehungsprozess bis hin zur selbstreflexiven Behandlung ihrer eigenen Arbeit, in einem dynamischen Bewegungsfeld gefangen wird.

Für ihre Ausstellung im Bonner Kunstverein hat Raphaela Vogel eine neue Videoinstallation konzipiert, die sich wie das Gerippe eines Dinosauriers im Raum ausbreitet. In eine Struktur aus Metallstangen hat sie Leinwände aus verschiedenen Materialien eingebaut. Aus den projizierten Videos, die rhythmische Sequenzen von älteren und neuen Aufnahmen kombinieren, entsteht eine nicht-lineare Narration, in welcher man sich durch Zeit und Raum hin und her bewegt. Weitere Arbeiten greifen die Thematik der Hybridform zwischen Tier, Mensch und Maschine auf und lassen uns in die Ausstellung Raphaela und der große Kunstverein eintauchen wie in ein futuristisches Märchen.

Raphaela Vogel hat bei Gruppenausstellungen im Kunstverein Wiesbaden (2015), MMK (2014), Frankfurt, und Neues Museum Nürnberg (2012) ausgestellt. Sie ist Preisträgerin des DeAteliers Stipendiums, Amsterdam 2014.