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Mark Leckey, GreenScreenRefridgeratorAction, 2010, Digital Film, colour, sound, Courtesy the artist and Cabinet, London

The Policeman´s Beard is Half Constructed: Kunst im Zeitalter Künstlicher Intelligenz

Eröffnung: 21. September, 19 Uhr

Ed Atkins, Horst Bartnig, Thomas Bayrle, Otto Beckmann, Steven Claydon, Harold Cohen, Aleksandra Domanović, Frederick Hammersley, Lynn Hershman Leeson, Roger Hiorns, Charlotte Johannesson, Sture Johannesson, Joe Jones, Jamian Juliano-Villani, Alison Knowles, Kenneth Knowlton & Leon Harmon, Agnieszka Kurant, Mark Leckey, Hilary Lloyd, Lou Cantor, Tatsuo Miyajima, Manfred Mohr, Vera Molnár, David Musgrave, Frieder Nake, Georg Nees, Henrik Olesen, Eduardo Paolozzi, Yuri Pattison, Seth Price, Lillian Schwartz, Keith Tyson, Stan VanDerBeek, Anne-Mie Van Kerckhoven, John Whitney, Ulla Wiggen.

Die Ausstellung „The Policeman’s Beard is Half Constructed“ ist benannt nach dem ersten selbstständig von einem Computer „verfassten“ Buch und zeigt Kunstwerke, die in Auseinandersetzung mit dem Zeitalter der Künstlichen Intelligenz stehen.

Der Begriff der ‚Künstlichen Intelligenz‘ wurde 1955 von dem Computerwissenschaftler John McCarthy geprägt. Im darauffolgenden Jahr versammelte McCarthy Wissenschaftler und Mathematiker im Dartmouth College, New Hampshire, um im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts das Prinzip zu untersuchen, wonach „jeder Aspekt des Lernens oder jegliches andere Merkmal von Intelligenz im Prinzip derart genau beschrieben werden kann, dass eine Maschine zu ihrer Simulation herstellbar wäre“.

Die Ausstellung umfasst Zeichnung, Skulptur, Malerei, Druckgrafik, Installation und Film. Auch einige der frühesten Beispiele computergenerierter Kunst sind darin vertreten, etwa Papierarbeiten von Frieder Nake und Georg Nees, die 1965 zu den ersten Künstlern gehörten, die ihre Computerzeichnungen ausstellten. Zu den historischen Arbeiten in der Ausstellung zählt auch John Whitneys abstrakter Film ‘Catalog’ von 1961, der auf einem analogen Rechner entstand, der aus Teilen von Flugabwehr-Geräten des Zweiten Weltkriegs zusammengebaut wurde. Zudem ist in der Ausstellung auch eine Auswahl der bahnbrechenden Filme von Stan VanDerBeek und Lillian Schwartz zu sehen, die in den 1960er und 1970er Jahren in den Bell Telephone Laboratories, New Jersey entstanden.

Der Begriff der kreativen Denkmaschine wird anhand einer großen Bandbreite künstlerischer Positionen untersucht. Darunter finden sich zum Beispiel die in den 1960er Jahren entstanden Fluxus-Musikmaschinen von Joe Jones, die Erzeugnisse von „Aaron“, dem Computerprogramm das Harold Cohen 1973 entwarf, aber auch Filme und Drucke von Anne-Mie Van Kerckhoven, die während eines Stipendiums zwischen 1983-88 am Laboratory for Artificial Intelligence in Brüssel entstanden. Zu den aktuelleren Arbeiten in der Ausstellung zählen die konzeptuellen Werke von Keith Tysons Art-Machine (1999-2000).

Auch Werke von Aleksandra Domanović und Henrik Olesen, die sich vorrangig auf die Geschichte der Künstlichen Intelligenz beziehen, sind in der Ausstellung vertreten sowie weitere Neuproduktionen und aktuelle Arbeiten von Agnieszka Kurant, Lou Cantor, Yuri Pattison und Tatsuo Miyajima, die mit Hilfe aufkommender KI-Technologien und Forschungen entstanden. Diese werden neben anderen zeitgenössischen Arbeiten von Ed Atkins, Steven Claydon, Roger Hiorns, Jamian Juliano-Villani, Mark Leckey u.a. gezeigt, welche die Bedingungen des Menschseins im Kontext des schnellen technologischen Wandels reflektieren.

Mit über 100 Arbeiten von 36 Künstlerinnen und Künstlern aus 14 Ländern handelt es sich um die größte Ausstellung seit über 30 Jahren im Kunstverein. Sie wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, der Stiftung Kunst der Sparkasse in Bonn und dem Polnischen Institut in Düsseldorf.

Anlässlich eines zur Ausstellung stattfindenden Symposiums wird der Ausstellungskatalog (in deutscher und englischer Sprache) am 15. November 2017 präsentiert.