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Wim T. Schippers, Going to the dogs, Stadsschouwburg, Amsterdam, 1986, Courtesy der Künstler. Photo: André Beekman, Copyright Andre Beekman/Theatre Collection Special Collection UvA

Wim T. Schippers: Eine Retrospektive

Eröffnung: Donnerstag, 1. September 2016, 19 Uhr

Der Bonner Kunstverein kündigt eine Retrospektive von Wim T. Schippers an.

Die facettenreiche Karriere des Künstlers, Schauspielers, Komponisten, Regisseurs und Autors Wim T. Schippers erstreckt sich über mehr als 50 Jahre. Ursprünglich mit Pop Art und Fluxus assoziiert, studierte er mit Bas Jan Ader und Ger van Elk am Instituut voor Kunstnijverheidsonderwijs (heute Gerrit Rietveld Academie), bevor er 1962 mit van Elk die bahnbrechende Ausstellung „A-dynamische Werken“ im Museum Fodor in Amsterdam realisierte. In den 1960er-Jahren wurden seine Werke in zahlreichen Überblicksausstellungen europäischer Pop Art gezeigt, darunter „Nieuwe Realisten“ im Gemeentemuseum Den Haag, „Neue Realisten und Pop Art“ in der Akademie der Künste in Berlin (beide 1964) und „Pop art, Nouveau Réalisme, Etc.“ im Paleis voor Schone Kunsten in Brüssel (1965).

Zwischen 1967 und 1975 schrieb, produzierte und inszenierte Schippers eine Reihe von überaus erfolgreichen Fernsehsendungen für den holländischen Rundfunksender VPRO. Von 1984 bis 1991 war er an der Produktion und Inszenierung von 328 Episoden von „Ronflonflon“ (1984-1991) beteiligt, einer der populärsten Radiosendungen von VPRO. Als Autor und Regisseur verantwortete Schippers über 40 Theaterstücke, darunter ein 46 Minuten langes, mit sechs Schäferhunden besetztes Erfolgsstück mit dem Titel „Going to the Dogs” („Vor die Hunde gehen“). Seit 1976 ist er die niederländische Synchronstimme von Ernie, Kermit dem Frosch, Graf Zahl und Robert aus der „Sesamstraat“ („Sesamstraße“).

Die Ausstellung im Kunstverein gibt einen Überblick über die Bandbreite seines kulturellen Schaffens, fokussiert aber insbesondere seine Tätigkeit als Künstler. Neben Skulpturen, Zeichnungen und Filmen werden einige seiner wichtigsten Beiträge für das Theater und das Fernsehen präsentiert. Zu den Exponaten gehören die wegweisende Skulptur „Pindakaasvloer“ („Erdnussbutterboden“, 1969) sowie „Indian Summer Christmas Tree“ („Indischer Sommer-Weihnachtsbaum“), eine Installation, die seit ihrer ursprünglichen Präsentation auf dem Leidseplein in Amsterdam im September 1969 zum ersten Mal wieder ausgestellt wird.

Die Ausstellung ist der erste Überblick über Schippers’ Werk außerhalb der Niederlande und seine erste Retrospektive seit 19 Jahren.

In der Ausstellung werden Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen in den Niederlanden gezeigt, darunter Werke aus dem Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam, dem Centraal Museum in Utrecht und dem Stedelijk Museum in Amsterdam. Die Ausstellung wird großzügig vom Mondriaan Fonds und der Botschaft des Königreichs der Niederlande unterstützt. Einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung des Projekts haben des Weiteren Unilever, Stadtwerke Bonn und Bonnorange geleistet.

Wim T. Schippers (geb. 1942, Groningen) studierte von 1959 bis 1961 am Instituut voor Kunstnijverheidsonderwijs in Amsterdam. Sein Werk wurde in einigen bedeutenden Überblicksausstellungen europäischer Pop Art gezeigt, darunter „Nieuwe Realisten” (1964) im Gemeentemuseum Den Haag, „Neue Realisten und Pop Art” (1964) an der Akademie der Künste in Berlin und „Pop art, Nouveau Réalisme, etc…” 1965 im Paleis voor Schone Kunsten, Brüssel. Zu seinen Einzelausstellungen gehören die bahnbrechende Ausstellung „A-dynamische Werken” (mit Ger van Elk, 1962) im Museum Fodor in Amsterdam sowie Ausstellungen im Stedelijk Museum (mit Jeroen Henneman, 1970; 1978 und 1994). 1990 war sein Werk Teil der Ausstellung „Schräg / Tegendraads. Parodie, humor en spot in hedendaagse Nederlandse kunst“ im Rheinischen Landesmuseum in Bonn. 1997 richtete ihm das Centraal Museum, Utrecht, eine große Retrospektive aus.