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vergriffen

Aura Rosenberg

To know something without words, and have it stay in our hearts, protects us from our image of it like a piece of armor

2021
Lentikulardruck
90 × 60 cm
Unikat
signiert und datiert

Charging Bull (1989) und Fearless Girl (2017) sind beide zunächst
nicht genehmigte Skulpturen mit jeweils starken ideologischen
Konnotationen. Arturo di Modica, der den Stier schuf, ließ ihn am
15. Dezember 1989 heimlich unter dem Weihnachtsbaum vor der
New Yorker Börse hinstellen. Die Vermögensverwaltungsgesellschaft
State Street Global Advisors beauftragte Kristen Visbal mit der Gestaltung des
Mädchens, das direkt vor dem Stier platziert wurde, so als
würde sie sich ihm direkt entgegenstellen. State Street Global
installierte das Werk am 7. März, einen Tag vor dem Internationalen
Frauentag. Die beiden gegensätzlichen Werke erfreuten sich
bei den Tourist*innen großer Beliebtheit, aber di Modica gewann
schließlich seinen langjährigen Kampf, Fearless Girl
von seinem Stier zu entfernen. In ihrer Symbolkraft entzieht sich
das Skulpturenpaar der Projektion ihrer Schöpfer*innen und
übertrifft diese sogar. Ihre gegenseitige Dynamik bildet das Rohmaterial
für Träume – vielleicht haben die Behörden deshalb zugestimmt,
die Skulpturen zu trennen und damit zu neutralisieren.

Aura Rosenberg (geb. 1949, New York, NY) lebt und arbeitet in New
York und Berlin. Ihr Werk wurde zuletzt an den folgenden Orten
präsentiert: Martos Gallery, New York; Bridget Donahue, New York; Francesca Pia Gallery,
Zurich; Schinkel Pavillon, Berlin; KW Institute for Contemporary Art (alle 2019);
Museum of Contemporary Art, Detroit (2017); Kunsthaus Bregenz, Österreich (2016);
Yale Union, Portland (2015); Forum d’art Contemporain, Luxemburg (2015);
Centre d’art Contemporain, Grenoble (2014); Kienzle Foundation, Berlin (2014); Institute of Contemporary Art, Philadelphia (2013),
Gallery 3A, New York (2013); Frankfurter Kunstverein, Frankfurt am Main (2011); Swiss Institute, New York (2009);
The Sculpture Center, Long Island City, (2008); Martin Gropius Bau, Berlin (2004); White Columns, New York (2003);
MoMA PS1, New York (1999) und Centre Georges Pompidou, Paris (1993).